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Lebensversicherungen: Neues Gesetz regelt Bewertungsreserven


Dieser Artikel informiert sie über diverse Änderungen bei Lebensversicherungen im Jahre 2015.

Neues Gesetz seit Januar

Seit Januar gilt in Deutschland das „Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“, kurz Lebensversicherungsreformgesetz oder LVRG. Das Gesetz greift in die Berechnung der Bewertungsreserven von Lebensversicherungen ein und hat daher Auswirkungen auf alle Lebensversicherungsverträge in Deutschland. Lesen Sie hier, welche Gesetzesänderungen im Einzelnen auf die Versicherten zukommen.

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Versicherung
© Jakub Jirsák | Dreamstime.com
Weitere Informationen zum Thema Lebensversicherungen hat Swiss Life Select zusammengestellt.
Das Umfeld für Lebensversicherungen ist zurzeit außerordentlich schwierig. Der Garantiezins für Neuverträge wurde mehrfach abgesenkt, er liegt jetzt bei 1,25 Prozent. Der Garantiezins ist der Wert, den die Versicherer ihren Kunden als Mindestverzinsung zusichern. Dafür müssen sie Rückstellungen bilden. Der Wert der Rückstellungen wiederum wird mit dem gesetzlich vorgegeben Höchstrechnungszinssatz berechnet. Beide Zinssätze liegen zurzeit bei 1,25 Prozent.

Die Garantiezinsen in Altverträgen sind allerdings mit durchschnittlich 3,2 Prozent deutlich höher. Das Zinsumfeld mit Rekord-Niedrigzinsen kann nach Einschätzung der Bundesregierung die Zahlungsfähigkeit der Lebensversicherer bedrohen.

Neuerungen im Jahr 2015

Das Lebensversicherungsreformgesetz greift in die Bewertungsreserven der Rückstellung ein, indem es einen sogenannten Sicherungsbedarf formuliert. Der Hintergrund: Überschüsse aus Bewertungsreserven von festverzinslichen Wertpapieren, die nur auf dem Papier bestehen (und zurzeit wegen der niedrigen Zinsen übermäßig hoch ausfallen), sollen nicht vollständig an Versicherte ausgezahlt werden, deren Verträge aktuell enden.

Dies ginge nämlich zu Lasten aller anderen Versicherten, deren Verträge weiterlaufen. Stattdessen wird der Betrag einbehalten, der mindestens erforderlich ist, um die zugesagten Leistungen und Garantien für später fällig werdende Verträge zu erfüllen.

Anrechnung der Abschlusskosten

Eine weitere Änderung im laufenden Jahr betrifft die Anrechnung der Abschlusskosten. Mit dem sogenannten Zillmersatz wird festgelegt, welchen Anteil der Abschlusskosten die Lebensversicherer auf die Folgejahre verteilen dürfen.

Weil der Garantiezins stark gesunken war, erhielten die Abschlusskosten bislang ein relativ gesehen wesentlich höheres Gewicht gegenüber der versicherten Jahresrente oder Versicherungssumme. Um diese Entwicklung aufzufangen, wird mit dem LVRG der Zillmersatz auf 25 Promille gesenkt.
Bislang konnten 40 Promille der Abschlusskosten auf die Folgejahre übertragen werden. Der neue Satz gilt ausschließlich für Verträge, die 2015 neu abgeschlossen werden.

Bessere Vergleichbarkeit

Des Weiteren reformiert das Lebensversicherungsreformgesetz die Beteiligung der Versicherten an Risikoüberschüssen. Die Mindestbeteiligung steigt von 75 auf 90 Prozent. Diese Änderung wird sich erst im Sparverlauf bemerkbar machen. Wie üblich wird auch diese Überschussbeteiligung jährlich dem Konto des Versicherten zugeschrieben.

Seit Jahresbeginn müssen Lebensversicherer in ihren Verträgen eine Kennziffer angeben, mit der die Vertragsbedingungen verschiedener Anbieter vergleichbar werden.
Die Kennzahl gibt an, wie sich die Kosten auf die Rendite der jeweiligen Police auswirken. Zu diesen Kosten gehören die laufenden Kosten, die Abschluss- und die Vertriebskosten. Damit soll die Transparenz für die Verbraucher erhöht werden.

Autor: Jens Theissen
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Letztes Update dieser Seite: 26.01.2016 - 22:22:27