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Warum werden Schuhe meist in Asien produziert?

Die Schuhe im Schuhschrank wurden meist in Asien produziert. Schuhe aus Deutschland oder Italien sind selten. Warum diese so ist und welche Folgen dieser Konsum hat, erfahren Sie in diesem Artikel.
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Wo Schuhe produziert werden...

Schuhverkauf in Marokko
Schuhverkauf in Marokko
Zwischen acht und dreizehn Paar Schuhe besitzen wir im Schnitt. Europa gilt als größter Importeur für Schuhe, denn immerhin etwa 40 Prozent aller Schuhe, die auf der ganzen Welt hergestellt werden, werden in Europa an ihre Träger gebracht.

Trotzdem gehören wir nicht zu den Top-Hersteller-Ländern, was Schuhe betrifft – ganz im Gegenteil.
Ehe diese bei uns über die Ladentheke gehen, legen sie in der Regel eine weite Reise zurück. Denn eine nicht wesentliche Prozentzahl unserer Schuhe wird in Asien, allen voran China und Vietnam, hergestellt.
So lässt sich der Herstellungsweg bei neun von zehn Schuhen, die wir beispielsweise in Deutschland erwerben können, bis nach Asien zurückverfolgen.

Doch warum nehmen wir diesen Umweg in Kauf, um unsere Lieblingsschuhe zu bekommen, statt sie direkt in Europa herzustellen? Die Lösung lautet „Billig-Produktion“ – die sowohl Vor- als auch Nachteile birgt.

Auch große Marken aus aller Welt haben schon vor langem ihre Produktionsstätten nach Asien verlegt. Doch einiges spricht gegen die Massenproduktionen in Asien. So zum Beispiel die Tatsache, dass die Arbeiter, die dort ihr Geld mit dem Anfertigen unserer Schuhe verdienen, mittlerweile zwar dank internationaler Bemühungen immerhin einen gewissen Mindestlohn verdienen (zumindest sollte es so sein), jedoch nach wie vor häufig unter unzumutbaren Bedingungen arbeiten. Die Arbeits- und Umweltstandarts in den asiatischen Ländern sind nach wie vor stark verbesserungswürdig.
Hersteller jedoch erfreuen sich damit einhergehender niedriger Produktionskosten.

Schuhe für 15 Euro? - Das wäre in europäischer Produktion kaum umsetzbar

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Wir alle freuen uns, wenn wir ein Schnäppchen machen können. So schlägt so manches Herz höher, wenn das neue Paar Schuhe für einen günstigen Preis zu bekommen ist – womöglich sogar von namenhaften Herstellern. Wie diese günstigen Preise jedoch überhaupt realisierbar sind, bewegt die wenigsten von uns dazu, nachzuforschen.

Möglich sind diese Spott-Preise nur, indem eingespart wird: An Arbeitslöhnen, teuren Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Sicherheitsstandards und sogar an wichtigen umweltkritischen Aspekten. Die Billigproduktion in Asien bringt so günstige und zum Teil durchaus namenhafte Schuhe in unsere Läden. Zugleich sind jedoch die Arbeitsbedingungen, unter denen diese hergestellt werden, noch längst nicht optimal, so dass der Sinn des Billigschuh-Kaufs schnell ins Wanken geraten kann.

In Europa herrschen hierzu andere Regeln. Beginnend beim Mindestlohn, der kaum mit den Billiglöhnen in Asien zu vergleichen ist, bis hin zu Umwelt- und Arbeitsstandards. Diese Regelungen und die damit einhergehenden Voraussetzungen, die Produktionsfirmen einhalten müssten, um in Europa produzieren zu lassen, sind eine solide Basis. Doch sie sorgen auch für deutlich höhere finanzielle Ausgaben, die sich wiederum auf den Endpreis des Produktes auswirken. So wäre es beispielsweise in Deutschland gar nicht möglich, Schuhe in gleicher Qualität zum gleichen Preis zu produzieren, wie in China, Indien oder anderen Ländern Asiens.

Arbeitnehmer in Asien haben zudem in aller Regel kaum Rechte. Die niedrigen Löhne, denen wir mitunter unsere günstigen Schuhe zu verdanken haben, reichen nach wie vor auch dort kaum aus, um davon zu leben und Familien zu ernähren.
Und auch wenn es in den vergangenen Jahren Bemühungen gab, die Bedingungen zu verbessern, hinken diese Länder in aller Regel bezüglich des Arbeits- und Umweltschutzes und der Sicherheit derart hinterher, dass immer wieder furchtbare Unfälle passieren.

Und auch die Umwelt wird bislang kaum bedacht: Zwar arbeiten Menschenrechts- und Umweltschützer beständig daran, auch in den asiatischen Ländern für bessere Bedingungen zu sorgen, doch die Erfolge sind bislang eher marginal.

Immer mehr Schuhproduzenten verlagern nach Vietnam

Schuhverkauf auf einem Markt in Vietnam
Schuhverkauf auf einem Markt in Vietnam
China zählt, im Gegensatz zu Vietnam, nicht zu den Ländern, die Teil der Freihandelszone mit den USA sind. Dieses Freihandelsabkommen namens Trans-Pacific-Partnership, kurz TPP, schützt vietnamesische Produkte vor den US-Einfuhrzöllen.

Diese Tatsache sowie die zugleich in China steigenden Arbeitskosten machen Vietnam für Unternehmen zu einer lukrativen Alternative, so dass Vietnam immer mehr zu einer beliebten Produktionsstätte für Textilien, darunter eben auch Schuhe, wird.

Ein Paar Schuhe – aber bitte so günstig wie möglich?

Schuhe Puma
Günstige Schuhe auch vom Markenhersteller - Muss das sein?
Jedermann möchte günstig einkaufen, vollkommen verständlich. Doch hin und wieder lohnt es sich darüber nachzudenken, wie dieser günstige Preis zustande kommen kann.
Schuhe in diesen Massen zu produzieren erfordert nur geringe Qualifikationen der Arbeiter, ist jedoch sehr arbeitsintensiv. Gerne sind wir bereit, dies etwa bei kostspieligen Lederschuhen, wie sie etwa professionell und traditionell in Italien angefertigt werden, teuer zu bezahlen.
Bei „einfachen“ Sneakers namhafter Hersteller, die als Billigprodukte in den Läden landen, sind wir jedoch stets auf der Suche nach dem ultimativen Schnäppchen – egal, wo und unter welchen Umständen diese produziert wurden. Würden diese Sneaker in Europa produziert werden, wären die Produktionskosten ungleich höher – und somit auch der Preis, den wir an der Ladenkasse bezahlen.

Generell ist der Grundgedanke, dass auch die Menschen in den „ärmeren“ Ländern diese Arbeit brauchen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und wir sie unterstützen können, indem wir ihre Produkte erwerben, kein Falscher. Doch dieses Argument „hinkt“: Diese Idee kann nur dann aufgehen, wenn die Menschen dort nicht mehr gleichzeitig ihre Gesundheit und ihr Leben gefährden – für einen Lohn, der kaum genügt, um ansatzweise gut zu leben.

Denn trotz weitreichender Aufklärung und Berichterstattung zu den Zuständen, die in vielen asiatischen Produktionsstätten herrschen, ist vielen Menschen nach wie vor nicht bewusst, unter welchen (oftmals miserablen) Bedingungen es überhaupt möglich ist, diese „Schnäppchen-Schuhe“ in unsere Regale zu bringen.

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Autorin: Alexandra Ingenpaß
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Letztes Update dieser Seite: 27.08.2021 - 10:28:36