Weiberfastnacht

Hier finden Sie diverse Hintergrundinformationen zur Weiberfastnacht und vor allem zu den Rechten der Frauen an diesem besonderen Tag.
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Die Herrschaftsverhältnisse ändern sich – zumindest für einen Tag

Maske Karneval
© Photopips | Dreamstime.com
An Karneval steht alles Kopf – das ist kein Geheimnis. Mit regionalen Unterschieden im Brauchtum wird insbesondere der Donnerstag vor Rosenmontag ausgiebig gefeiert.
Die vor allem im Rheinland umfassend zelebrierte Weiberfastnacht bringt jedoch mehr als nur etwas Unruhe in die sonst so besonnenen Rheinländer – an diesem Tag übernehmen die Damen symbolisch die Herrschaft.

Karneval mit Message – Weiberfastnacht

Auf Außenstehende mag das närrische Treiben insbesondere am Donnerstag vor Rosenmontag, anderen Ortes beispielsweise auch „Schmotziger Donnerstag“ genannt, zunächst nach unkontrollierbarer Feierwut aussehen.

Tatsächlich steckt jedoch mehr hinter dem Brauch, als man auf den ersten Blick erahnen würde.
Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine kleine aber deutliche Revolution der damals relativ stark unterdrückten Ehefrauen, die sich insbesondere im Jahr 1824 zu Karneval entlud.

Während sich die Herrschaften fröhlich dem Narrentreiben anschlossen, hatten die Damen zuhause zu bleiben – dies sollte sich jedoch ändern. Zunächst gründeten die Frauen das „Alte Beueler Damenkomitee“ – einem ausschweifenden Kaffeeklatsch, während dem die Damen beschlossen, den Spieß umzudrehen und sich ihr Karnevalsfest nicht von der damals herrschenden „Rangordnung“ nehmen zu lassen.
Sie übernahmen die Kontrolle über die Feierlichkeiten liefen den Herren zumindest für diesen Tag den Rang der „Herrscher“ ab.

Seither übernehmen die Damen an diesem Tag die Regentschaft, kontrollieren die Festivitäten und lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie dies genießen.
Während der Weiberfastnacht kehren sich also die klassischen Machtverhältnisse kurzfristig um. Unterstrichen wird diese Tatsache vielerorts auf die Stürmung des Rathauses durch die „Weiber“. Dieser Brauch geht auf die Gründerinnen der Weiberfastnacht, das „Alte Beueler Damenkomitee“ zurück, die seit den 50er Jahren mit der Einnahme des Beueler Amtssitzes ihre Macht unterstrichen.

Die „gute“ Krawatte sollte an diesem Tag lieber im Schrank bleiben

Der bekannteste Brauch der Weiberfastnacht ist jedoch das Abschneiden der Krawatte. Dies hat jedoch nichts mit dem Irrglauben zu tun, dass mit diesem Schnitt eine „Kastration“ angedeutet werden soll.

Vielmehr geht die Tradition auf die schon zur Zeit des „Beueler Damen Komitees“ übliche Tatsache zurück, dass das Tragen einer Krawatte den „hohen Herren“ vorbehalten war. Um deren Macht symbolisch endgültig zu beschneiden, zücken die Damen seit jeher die Scheren.

Autorin: Alexandra Ingenpaß
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