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Jüdische Weltverschwörung, was steckt wirklich dahinter?

In verschiedenen Verschwörungskreisen liest man immer wieder etwas über eine jüdische Elite, die im Hintergrund die Fäden zieht. Kann das stimmen? Hier erfahren Sie Fakten diesen Theorien über die jüdische Weltverschwörung.
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Jüdische Weltverschwörung, was steckt wirklich dahinter?

Aquarell mit jüdischen Symbolen
- verschiedene Symbole des jüdischen Glaubens
Verschwörungstheorien - vor allem in Bezug auf den jüdischen Glauben - existieren seit Jahrhunderten. Es ist kein neues Phänomen, kein Problem unserer Zeit. Seit jeher sind Jüdinnen und Juden für Verschwörungstheoretiker verantwortlich für Katastrophen, Seuchen oder Unglücke.

Woher kommen diese Theorien? Wie sieht die Realität aus? Wie kann es sein, dass sich die aberwitzigen Gerüchte teilweise über Jahrhunderte gehalten haben und es auch heute noch vielen Menschen gibt, die an deren Wahrheitsgehalt nicht den geringsten Zweifel haben?

Rückblick in die Geschichte

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Es ist schwierig, genau zu datieren, wann der Hass gegen den jüdischen Glauben begonnen hat.

Die Ursprünge des Hasses liegen wohl darin begründet, dass den Juden von Christen vorgeworfen wurde, sie seien Gottesmörder und für die Kreuzigung Christi verantwortlich. Je weiter das Christum sich in Europa verbreitete, desto mehr verbreiteten sich damit auch die Vorurteile gegen Juden.
Verschiedene Konzile von 381 sorgten für eine Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Sie wurden zwar geduldet, mehr aber auch nicht. Die ersten Gewalttaten gegen Juden fanden ab 1096 statt, als Christen zu den ersten Kreuzzügen ins Heilige Land zogen, um den Ungläubigen den wahren Glauben, also das Christum zu bringen.

1144 fand eine Mutter ihren toten Sohn William in einem Wald von Norwich und behauptete, ohne Beweise dafür zu haben, dass die Juden für den Tod ihres Jungen verantwortlich seien.

Der Mord konnte nie aufgeklärt werden, das Gerücht hielt sich aber hartnäckig. Als einige Jahre später der Benediktinermönch Thomas von Monmouth Norwich zu einem Pilgerzentrum machen wollte, „brauchte“ er einen Heiligen. Der ermordete William kam ihm grade recht. Trotz fehlender Beweise stellte der Mönch die Behauptung auf, William sei bei einem besonders grausamen Ritualmord durch Juden getötet worden.

Die Gerüchte um Ritualmorde von Juden an Christen wurden in der Folgezeit weiter genährt. Der Dominikanermönch Thomas von Cantiempré behauptet im 13. Jh., dass die Juden nicht nur Ritualmorde an Christen begingen, sondern das Blut der Opfer auch an die jüdischen Gemeinden verteilen würden.
Dazu kam der Vorwurf, hochrangige Juden würden sich regelmäßig im Geheimen treffen, Christus verhöhnen und hätten nur das Ziel, die Welt zu beherrschen.

Zwar wurden Juden im Mittelalter nicht vernichtet, sie wurden aber aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Spezielle Judenviertel oder Judengassen sonderten sie von den Christen ab. Spezielle Bekleidungen wie der Judenhut stigmatisierten sie.

Es war ihnen weder erlaubt, Landwirtschaft zu betreiben noch einem Handwerk nachzugehen. Was aber zum größten Problem für Juden in dieser Zeit wurde, war, dass das christliche Zinsverbot nicht für sie galt.
Sie durften also auf verliehenes Geld Zinsen erheben und schufen sich damit eine wirtschaftliche Nische, die zwar meist geduldet wurde, aber auch zu viel Neid bei Christen führte. Der Vorwurf, Wucherer zu sein, begleitet Juden bis heute.

Nicht verwunderlich ist, dass die Juden natürlich auch Schuld am Ausbruch der Pest im 14. Jh. gewesen sein sollen, indem sie die Brunnen vergiftet hätten.
Es hat dafür nie objektive Beweise gegeben. Und trotzdem wurden Juden unter Folter erpresst, Geständnisse abzulegen. Für den mittelalterlichen Christen war Beweis genug, dass die Pest in jüdischen Vierteln nicht so stark verbreitet war. Die einfache Erklärung war, dass Juden ihre Brunnen viel tiefer aushoben und damit nicht mit dem verseuchten Oberflächenwasser in Berührung kamen.

Anfang des 20. Jh. schließlich gab es weltweit eine große Angst davor, dass die Juden sich die Weltherrschaft aneignen könnten. Auch hier gab es wieder angebliche „Beweise“. Die „Protokolle der Weisen von Zion“ würden, so wurde behauptet, zeigen, dass die Juden herrschende Regierungen absetzen und selbst die Herrschaft über die ganze Welt übernehmen wollten. Dass diesen „Protokollen der Weisen von Zion“ Satire und Fiktion zugrunde liegt und es bewiesen ist, dass die Protokolle eine Fälschung sind, war den Judenhassern egal.

Weiterhin die Verschwörungstheorie verbreitend, hatten diese Protokolle eine verheerende Wirkung.
Beispielsweise spielten sie eine wichtige Rolle bei der Ermordung des Außenministers der Weimarer Republik Walter Rathenau im Juni 1922, denn laut der Verschwörungstheoretiker sei dieser einer der „300 Weisen von Zion“ gewesen.

Eingang Dachau KZ
Konzentrationslager während NS-Zeit

In der Nazi-Propaganda spielten diese Protokolle eine wichtige Rolle und bis heute sind sie im arabischen Raum noch von großer Bedeutung. Noch heute wird mit ihnen angeblichen bewiesen, dass das jüdische Volk danach strebt, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
In Deutschland sind diese Schriften verboten und ihre Verbreitung erfüllt den Strafbestandteil der Volksverhetzung.

Es gibt noch unglaublich viele Menschen, die den Völkermord an den Juden im Dritten Reich leugnen. Auch solche Behauptungen stehen in Deutschland unter Strafe. Obwohl es eine Unmenge an Funden, Berichten von Zeitzeugen und Beweisen gibt; leugnen Verschwörungstheoretiker diese Beweise einfach.

Oft werden noch weiter Verschwörungstheorien dazu gemischt. Es entstehen dann Geschichten, dass der ganze Holocaust nur von den alliierten Mächten erfunden wurde, um Deutschland zu schaden. Auch Giftgas hat es laut den Leugnern nicht gegeben und es sei sowieso nicht möglich, so viele Menschen in Auschwitz zu verbrennen.

Auch bei den Anschlägen vom 11. September auf das World Trade Center sahen Verschwörungstheoretiker die Schuld bei den Juden. Jüdische Finanziers seien dafür verantwortlich. Als Beweis führen sie an, dass im World Trade Center zum Zeitpunkt der Terroranschläge keine Menschen jüdischen Glaubens gewesen sein. Das ist natürlich falsch. Die Verschwörungstheoretiker stört das aber nicht, sie halten an dieser Meinung fest.

Schließlich gibt es noch "QAnon". Diese rechten Verschwörungstheoretiker vertreten die Meinung, dass die Juden schon längst die Weltherrschaft übernommen hätten. Dabei würden sie mit internationalen Eliten zusammenarbeiten. Sie unterstellen ihnen, sie würden das Blut von Kindern opfern, um sich selbst ein längeres Leben zu ermöglichen.
Hier sind wir dann wieder bei den mittelalterlichen Ritualmorden, die den Juden unterstellt werden.
Manche Anhänger von "QAnon" sagen z.B. Angela Merkel sei Tochter von Hitler. Zumindest aber wird behauptet sie sei mit ihm verwandt.

Wahrheit

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Tatsache ist, dass an den ganzen angeblichen Beweisen der Verschwörungstheoretiker absolut nichts dran ist. Der Hass gegen jüdische Jüdinnen und Juden wurde vor Jahrhunderten manifestiert und hat sich durch die ganzen Jahrhunderte gezogen, weil Neid und Missgunst Menschen schon immer zu unglaublichen Taten gebracht haben. Menschen, die anders denken, die andere Ansichten, einen anderen Glauben hatten, waren immer suspekt. Unwissenheit oder Halbwissen waren schon immer gefährlich.

Die Beschuldigung, Juden würden Blut für religiöse Zwecke nutzen, ist schlichtweg falsch. Jeder, der das behauptet, hat sich nie mit der jüdischen Religion beschäftigt. Sonst würde er wissen, dass der jüdische Glaube die Verwendung von Blut strikt verbietet.
Trotzdem hält sich dieses Gerücht seit Jahrhunderten. Es wird einfach weitergetragen und von Verschwörungstheoretiker an jeden, der es hören will, als Tatsache verkauft.

Auch die Geschichte des toten Jungen von 1144 wurde von den Christen missbraucht. Es konnte nie bewiesen werden, wer an seinem Tod schuld war. Um seine eigenen Ziele zu verwirklichen, hat der Mönche eine Geschichte erfunden. Das passte für seine Zwecke und niemand hat sich die Mühe gemacht, den Wahrheitsgehalt der Geschichte zu überprüfen.

Dass Juden gewiefte Geschäftsleute waren, wurde ihnen im Mittelalter negativ ausgelegt. Dabei war es nicht ihre Schuld. Papst Alexander III erlaubte den Juden das Zinsgeschäft, weil Juden nicht den Verboten der christlichen Kirche unterlagen. In Ermanglung anderer Möglichkeiten (Handel und Landwirtschaft war ihnen verboten), verliehen sie erwerbsmäßig Geld. Das wieder passte den Christen nicht und das Bild des reichen, habgierigen Juden, oft auch des betrügerischen Juden war geboren.

Selbstverständlich hatten Juden auch nichts mit der Pest zu tun. Dass jüdische Stadtviertel oft nicht oder nur weniger von der Pest heimgesucht wurden, lag schlicht an der Tatsache, dass sie ihre Brunnen anders bauten. Daraus zu folgern, Juden seien für die Pest verantwortlich gewesen, ist großer Unsinn.

Für die Gräueltaten während des 3. Reiches gibt es so viele Beweise und Zeitzeugenberichte, dass man kaum glauben kann, dass es Menschen gibt, die diese Taten leugnen. Die leugnen, dass es je Judenverfolgungen und Judenvergasungen gegeben hat.

Zusammenfassung des Autors

Persönlich denke ich, dass es für Verschwörungstheoretiker egal ist, ob etwas der Wahrheit entspricht oder nicht. Sie haben ihre Sicht der Dinge und da diese Menschen oft der Wissenschaft nicht glauben, wird man sie auch mit Beweisen oder mit rationellen Argumenten nicht erreichen können.

Das gilt nicht nur für den Hass gegen jüdische Menschen, sondern auch während der Corona-Pandemie. Viele von Ihnen sind z.B. auch der Meinung, dass die Erde eine Scheibe sei.

Hass gegen Juden wird weiterhin ein Problem sein. Wer einen Sündenbock sucht, findet ihn auch. Das Einzige, was man machen kann und muss ist, Aufklärungsarbeit zu leisten und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Fakten erklären, Dinge richtigstellen. Nur so kann man künftigen Generationen die Wahrheit vermitteln.


Quellen und weitere seriöse Artikel im Internet dazu:

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Autor: Heimar
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