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Materialknappheit, Lieferengpässe 2021

In diesem Artikel lesen Sie ein Meinungsbild zu den Lieferengpässen und der Knappheit bei den Rohstoffen im Jahr 2021. Sie erfahren hier, wie es zu diesen Engpässen kommen konnte und was Corona damit zu tun hat.
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Veröffentlicht am 29.10.2021

Merken wir die Knappheit?

Leerer Elektromarkt
Leerer Elektromarkt
© Anna Krivitskaia | Dreamstime.com
Vielleicht haben Sie es selbst gemerkt: Das neue Wunsch-Handy ist nicht lieferbar, die Lieferzeiten für den neuen PC sind länger, Ersatzteile für das Auto sind nicht verfügbar oder Möbelstücke haben doppelt so lange Lieferzeiten. Neben diesen längeren Lieferzeiten führt die Knappheit folglich auch zu höheren Preisen, die wir auch täglich selbst im Supermarkt bei alltäglichen Produkten merken.

Ich selbst merke es auch tagtäglich im Supermarkt und vor allem an der Tankstelle. Die Preise steigen und steigen! Daneben sehe ich auch eine Preissteigerung bei Elektronikartikeln. So war der heuer gekaufte Laptop gefühlt deutlich teurer als mein alter Laptop vor über fünf Jahren. Und auch eine Festplatte bei Amazon, welche ich vor Jahren gekauft habe nun mehr kostet als damals. Hier am Beispiel:

Amazon Festplattenpreis 2018 vs. 2021
Festplattenpreis 2018 vs. 2021

Was die Gründe für die Engpässe sind?

sich stapelnde Container im Hafen
Symbolfoto: sich stapelnde Container im Hafen
© Electricmango | Dreamstime.com
Die Schweizer Nationalbank berichtet in ihrem Quartalsheft Q3/2021, dass bereits zwei Drittel der Unternehmen über Lieferschwierigkeiten bei den Zuliefern berichten.
Als häufigste Gründe werden hier "verminderte Kapazitäten" in Produktionsstätten in Asien genannt, die dann wiederum durch Engpässe in der Logistik (vor allem Fracht per Schiff) verstärkt werden.

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Und genau hier, so würde ich sagen, gründet sich das Problem, was wir teils bis in unsere Supermärkte spüren können. Es ergibt sich folgende Kette an Gründen für die Materialknappheit, die wir vor allem seit Frühjahr 2021 erleben:

  • Als im Winter/Frühjahr 2020 Corona ausbrach, wurden weltweit die Lieferketten unterbrochen: Frachtflüge (vor allem Fracht als Beiladung in Passagierflügen) wurden zusammengestrichen, Containerhäfen geschlossen, Grenzen dicht gemacht und zusammengefasst sämtliche Frachtwege auf das "überlebenswichtige" heruntergefahren.
  • Danach erfolgte im Laufe von 2020 ein langsames Wiederhochfahren, wobei die Wirtschaft natürlich noch lange nicht zur alten Höchstleistung zurückfand.
  • Erst eben im Frühjahr 2021 begann sich die Weltwirtschaft wieder zu erholen - an vielen Stellen jedoch schneller als vielleicht erwartet. So waren und sind Container in der Schifffahrt Mangelware.
  • Meiner Meinung hätte jedoch alles gut gehen können, wenn Corona im Frühjahr 2021 vorbeigewesen wäre. Doch Corona war nicht vorbei und vor allem China greift rigoros gegen Corona durch (Stichwort "Zero Covid"). So wurde zum Beispiel der Hafen Ningbo wegen nur einem Corona-Fall geschlossen oder es werden immer wieder Millionenstädte oder ganze Stadtteile abgeriegelt. All diese Maßnahmen vor allem in China beeinträchtigen natürlich auch die Weltwirtschaft, wenn zum Beispiel Rohstofflieferanden oder Zulieferfirmen ihre Arbeit einstellen oder Lieferungen dieser Vorproduzenten sich verzögern.
  • Zu allem Unglück aufgrund Corona gesellte sich im März 2021 der Unfall des Frachtschiffs Ever Given im Suezkanal. Der für weltweiten Frachtverkehr äußerst wichtige Suezkanal war für ganze 6 Tage gesperrt und es stauten sich hunderte Schiffe von und nach Asien.
    Dieser Unfall hat den gerade erst wieder anlaufenden Welthandel erneut ins Stocken gebracht!
  • Daneben gab es in einigen Branchen eben einen Nachholbedarf nach Corona oder es wurden aufgrund Corona mehr Produkte einer bestimmten Art (z.B. wegen Homeoffice mehr Computer bzw. andere Technikartikel) nachgefragt.

Zusammengefasst heißt das also, dass eine hohe Nachfrage der Post-Corona-Wirtschaft auf eine weltweit ins Stocken geratene Lieferkette trifft, was die Wirtschaft ausbremst und die Preise allgemein steigen lässt.

Fazit

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Meiner Meinung nach heißt das also, dass Material- bzw. Rohstoffknappheit bzw. Lieferengpässe noch bis mind. Ende 2022 bestehen werden, solange eben nicht die Nachfrage sinkt oder das Angebot steigt.
Im Idealfall wird Corona durch weiter verbesserte Corona-Impfstoffe und eine weitgehende Durchseuchung bzw. Immunität der Bevölkerung soweit in Schach gehalten, dass auch China* und andere asiatische Staaten ohne weitere Lockdowns auskommen. (* China deshalb, da sie als eines der wenigen Länder rigorose Beschränkungen umsetzen können und anscheinend auch noch gewillt sind das zu tun. In westlichen Ländern waren die Lockdowns keineswegs mit einem Lockdown in China zu vergleichen.)
Sobald dann der Lieferstau abgearbeitet ist, könnte man also dann innerhalb weniger Monate wieder eine gewissen Normalität eintreten. (Beispiel, was die USA heute schon so machen, um die Lieferengpässe an den Häfen abzuarbeiten.)

Aber wie gesagt: Das hängt meines Erachtens stark davon ab, wann Corona endlich weltweit in den Griff gebracht wird!

Dieser Artikel entspricht der persönlichen Meinung von Christoph Neumüller/dasinternet.net und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie können mir über das Kontaktformular Ihre Antwort darauf mitteilen.
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