Die Feige - eigentlich gar nicht vegan?

Es gibt immer wieder Gerüchte, dass das Obst Feige gar nicht wirklich vegan ist. Hier gehen wir der Sache genau auf den Grund.
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Veigen
Vegen schön auf einem Teller arrangiert
karepa - stock.adobe.com / 120425149

Vegan, vegetarisch oder weder noch? Die Feige taugt nicht unbedingt für jeden Ernährungsplan

Feigen zählen ganz eindeutig zum Obst. Dennoch sind sie häufig nicht ganz so „vegan“, wie die meisten Menschen annehmen – hier entscheidet wohl die individuelle Betrachtungsweise darüber, ob die Feige den Weg ins vegane Buffet findet oder nicht.
Doch wie kommt das?

Viele sehen die Feige als nicht vegan an – aber warum?

Vollkommen zu Recht fragt man sich, wie es sein kann, dass eine Obstsorte von strengeren Betrachtern genau genommen weder als vegan noch als vegetarisch eingestuft werden kann. Grund dafür ist die Befruchtungsmethode, durch die sich die Früchte des Feigenbaumes vermehren.

Denn diese entspricht, wenn man es genau betrachtet, weder der veganen (also frei von allem tierischen und produziert, ohne einem Tier Schaden zuzufügen) noch der vegetarischen (also fleischlosen) Ernährungsweise. Wie es dazu kommt, erklären wir hier.

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Die Vermehrung der Frucht fordert Opfer

Die in unseren Läden erhältlichen Feigensorten stammen größtenteils von der sogenannten Echten Feige ab. Diese verfügt ausschließlich über weibliche Blüten, es ist ihr also nicht möglich, sich eigenständig fortzupflanzen.
Um dies dennoch zu erreichen, sind männliche Feigenpollen notwendig, die eine andere Feigenart zur Verfügung stellt – die Bocksfeige. Um die Bestäubung der weiblichen Blüten durch die männlichen Bocksfeigen-Pollen umzusetzen, benötigt die Pflanze jedoch noch weitere Unterstützung: Hier kommen bestimmte Wespenarten zum Einsatz, die sogenannten Feigenwespen.

Die Vermehrung der Feige ist also von drei unterschiedlichen Faktoren abhängig: Von den weiblichen Blüten der Echten Feige, den männlichen Pollen der Bocksfeige und einer Feigenwespe, die beides zusammen bringt. So weit klingt das Ganze noch nicht nach einem „Problem“ für Vegetarier oder vegan lebende Menschen.

Doch die Angelegenheit hat einen sprichwörtlichen Haken:
Die Bocksfeige verfügt über männliche und weibliche Blüten. Die Feigenwespen wachsen in der männlichen Blüte der Bocksfeige heran. Sobald diese geschlüpft sind und die Blüte verlassen, transportieren sie automatisch den Blütenstaub. Nun legen die neuen weiblichen Feigenwespen ihre Eier in der Blüte der Bocksfeige ab und die nächste Generation wächst heran, während der mittransportierte Pollen ebenfalls sein Ziel findet und die Vermehrung der Feige gesichert ist.

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Dazu fliegen die weiblichen Wespen jedoch nicht nur die Bocksfeige an, sondern auch die Blüten der Echten Feige, die so ebenfalls den männlichen Pollen erhält und sich vermehren kann. Für die weibliche Wespe endet dies jedoch tragisch, denn beim Hineinkrabbeln in die engen Blüten verletzt sie sich tödlich und verstirbt an Ort und Stelle.
Im Inneren des Fruchtkörpers wird der Körper der Wespe durch ein Enzym zersetzt – übrig bleibt schlussendlich das Abbauprodukt des verendeten Insekts.

Ab hier scheiden sich die Geister unter vegan und vegetarisch lebenden Menschen. In den Augen einiger Menschen ist die Feige nicht mehr als vegan einzustufen, denn sie besteht nicht ausschließlich aus pflanzenbestandteilen.

Für einige andere Menschen ist die Feige auch deshalb nicht vegan, weil sie im Gegensatz zu fast allen anderen Obstsorten während ihrer Vermehrung für den Tod eines Tieres „verantwortlich“ ist.

Ob die Feige mit den, wenn auch spärlichen, „Resten“ der Wespe in sich als vegetarisch oder vegan einzustufen ist, muss schlussendlich jeder selbst entscheiden.

Feigenliebhaber können jedoch im Zweifelsfall auf andere, allerdings weniger leicht zu findende, Feigensorten zurückgreifen. Diese sind im Gegensatz zur weit verbreiteten Echten Feige nicht auf tierische Unterstützung angewiesen, sondern sind selbstbestäubend und somit eindeutig auch mit sehr strengen veganen Grundsätzen zu vereinbaren.

Weblinks

Autorin: Alexandra Ingenpaß
Weitere Informationen zur Urheberschaft von Artikeln bei dasinternet.net finden Sie hier.

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