Über Fronleichnam
Fronleichnam – das Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Fronleichnam wird von den Christen immer am 60. Tag nach Ostern, also dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten (Was feiern wir an Pfingsten?), begangen.
Seinen Ursprung hat Fronleichnam in einer Vision. Demnach soll die Augustiner-Nonne Juliana von Cornollion in Lüttich im 13. Jahrhundert während eines Wachtraums den Vollmond gesehen haben, dem zu seiner vollen Rundung jedoch ein Stück fehlte.
Die Belgierin deutete diese Vision als einen Hinweis darauf, dass der Kirche ein Fest zur Verehrung der Altarsaktramente fehlte. Daraufhin regte Juliana gegenüber dem Papst Urban IV. an, ein entsprechendes Fest einzuführen. Dieser folgte der Anregung, so dass das Fest mit dem Jahr 1264 eingeführt wurde.
Der Begriff Fronleichnam hat seinen Ursprung im Mittelhochdeutschen. Hier steht „fron“ für „Herr“ und der Begriff „lichnam“ für den lebendigen Leib. „Fronleichnam“ entspricht dem ursprünglichen Namen des Festes: lateinisch „festum corpus Christi“ – das „Fest des heiligsten Leibes Christi“.
Fronleichnam wurde mit der Enzyklika zu einem allgemeinen kirchlichen Fest erhoben. Die Ausbreitung des Fronleichnams-Festes wurde von den Dominikanern gefördert. Fronleichnam wurde unter Clemens V. im Jahr 1311 auf dem Konzil von Vienne bestätigt und 1317 unter Papst Johannes XXII. weltweit angeordnet. Die ersten Fronleichnamsfeste in Münster, Orvieto und Rom fand jedoch bereits 1264 statt.
Prozessionen zu Fronleichnam
Schon 1279 zog die erste Prozession zu Fronleichnam durch die Kölner Straßen. Hintergrund der Prozession ist es, gelebtes Christentum zu versinnbildlichen. So soll diese Prozession zum Ende des Kirchenfestkreises den christlichen Lebensvollzug symbolisieren – das „gläubige Wallen“, das „ziehen durch die Zeit – dem ewigen Vater entgegen“. So steht die Prozession für die Heimkehr der Kinder Gottes nach Jerusalem.